Generalversammlung 2022 ...

Kolping Lienz im harten Kampf ums wirtschaftliche Überleben

Wirtschaftlicher Rückblick und Zukunftsaussichten waren zentrales Thema der kürzlichen Generalversammlung von Kolping Lienz. Resümee: Es ist zwar nicht besorgniserregend, aber - wie es Meinhard PARGGER, Obmann und Vorsit­zen­der von Kolping Lienz bildlich formulierte: „Wir pfeifen, aber wir pfeifen nicht aus dem letzten Loch“.

Da sind einmal die finanziellen Einbußen die teils Corona zugeschrieben werden können und die einen Einbruch in der Saalvermietung und Gastronomie zur Folge hatten. Die Kettenreaktion ist, dass nun im Bereich Bewirtschaftung / Verpachtung des hauseigenen Gastbetriebes nach einer neuen Lösung gesucht werden muss, nachdem der Pächter des „Kolpingstüberls“ gekündigt hat.  Ziel ist es natürlich, einen neuen Pächter zu finden, aber als Übergangslösung wird der Verein das Lokal vorerst - mit Hilfe von Catering-Anbietern - selbst betreiben müssen.

Im Bereich Saalvermietung klagt PARGGER, dass der Wettbewerb mit öffentlich finan­zierter Konkurrenz wie z.B. Schulen und Gemeinden „nicht fair und sauber“ ist, weil dort kosten­güns­tige und teilweise kostenlose Saalvermietung angeboten wird.  „Wohin steuern wir da und wie lange können wir den Saal­betrieb in dieser Form noch auf­recht­erhal­ten“ ist die Frage, auf die z.B. der Verein Volkshaus mit dem Verkauf des Saales reagierte.

Daneben sind regelmäßig neue Vorschriften der Behörden umzusetzen. Obwohl Kolping Lienz in den letzten Jahren mehr als eine halbe Million Euro im Haus für Erneu­erungen und Sicherheit aufgewendet hat, sind weitere Investitionen notwendig: Ein barrierefreier Hauptzugang und elektro- und gerätetechnische Moderni­sie­rungen u.a. der Heimküche sind fällig und werden mit rund 100.000 €uro veranschlagt. „Ich weiß zwar noch nicht genau wie, aber wir arbeiten an einer Finanzlösung“ sagt PARGGER und hofft weiters auf die bisher schon großzügige Unterstützung einer Liechten­steiner Foundation. Die Stadtgemeinde Lienz anerkennt die Bemühungen von Kolping Lienz um den Weiterbestand von Jugendheim und Veranstaltungssaal mit einer beachtlichen Subvention. Die erfreuliche Nachricht überbrachte Mitglied und Gemeinderätin Eva KARRE und übermittelte Dank und Anerkennung von Bürger­meisterin Elisabeth BLANIK im Namen des Lienzer Gemeinderates. Zu wünschen wäre, dass auch das Land Tirol, das bisher äußerst bescheiden Kolping Lienz finanziell geholfen hat, dem Beispiel der Stadt Lienz folgt. Denn die oberste Devise von Kolping Lienz: „Gebaut und investiert wird nur, wenn Geld da ist!“

Positiv anzumerken und eine große Hilfe ist die stete Bereitschaft der Mitglieder, immer mitzuhelfen, wenn notwendig. Ohne die vielen Stunden an gratis Eigen­leistungen wäre das Haus in dieser Art nicht zu halten.

Ein wenig rosiger ist die Situation im Jugendheim. Dieses ist erfreulich gut belegt, ein beachtlicher Teil der Schüler:Innen kommt aus Südtirol und absolviert in Lienz die Krankenpflegeschule.

Von den reinen Vereins­aktivi­täten im Berichtszeitraum hervorzuheben sind der Bastelnachmittag für Kinder zu Ostern unter der Regie von Jugendleiterin Eva Karre, die digitale Nikolo-Aktion mit dem Online-Besuch von über 150 Kindern via Whats-App und die finanzielle Hilfsaktion für die schwer geschädigten Brandopfer – Familien am Haidenhof in Lienz.

Die Vereinskasse wird von Christian Kaucic vorbildlich geführt und fünf neue Mitglieder wurden im Verein begrüßt (Fotos v.l.) : Stefan Ortner, Franz Kofler, Helmut Wimmer, Theresia Wimmer (entschuldigt) und Mag. Verena Schurian.

 

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde (Foto v.r.) Bernhard Moser geehrt, zehn Jahre länger bei Kolping Lienz sind Werner Obermoser und Johann Brugger vlg. Riedl.

 

Rekordverdächtige 75 Jahre Mitglied bei Kolping Lienz ist Tischler­meister Gabriel Forcher, der vom Vereinsvorstand zuhause bedankt und geehrt wurde - hier auf dem Bild mit Präses Bruno Decristoforo.