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310 Kolpingjahre auf fünf Schultern

 

„Wir sind gut unterwegs“ so die aktuelle Be­stands­aufnahme von Kolping Lienz, ge­troffen bei der Jahreshauptversammlung am 10.März 2017.  Der Status gilt für Verein und Haus und ist in erster Linie dem umsichtigen, ehrenamtlichen Engagement der aktiven Mitglie­der zuzurechnen. Mitglieder, die fest zum Verein stehen - zwei davon seit siebzig Jahren.

„Gesellen“ der ersten Stunden sind Anton Gasser und Gabriel Forcher, die die Neugrün­dung des Katholischen Gesellenvereines nach Kriegs­ende und den Werdegang der Kol­pings­fa­mi­lie Lienz mitgetragen haben. Als Funktionär, als Theaterspieler, als Unternehmer. Fast auf den Tag genau 70 Jahre nach Aufnahme in den Verein wurden die bei­den rüstigen Urgesteine von der Ge­ne­ral­ver­samm­lung mit Standing Ovation gratu­liert und bedankt. Nicht minder die Leis­tun­gen von Franz Seiwald und Josef Forcher sowie von Walter Müller, denen Ehrenzeichen für 60  und 50 Jahre Mitgliedschaft angesteckt wurden.

Heute zählt der in zwischen 136 Jahre alte Verein über 200 aktive Mitglieder und Vereinsfreunde, führt im eige­nen Haus ein Jugendheim, beherbergt dort die Kinder­be­treuungsstätte OKZ, einen kleinen Gastbetrieb und bietet Veranstal­tungs­räumlichkeiten für verschiedene Events bis 300 Personen an. „Ihr könnt glücklich sein, noch ein eigenes Haus zu haben“ sondierte Diözesansenior Peter Stau­din­ger die Lienzer Lage, denn schon einige Kolpinghäuser – auch in Tirol - haben finanziell nicht über­lebt. Nicht so in Lienz: Als einer der ältesten Vereine von Lienz (Gründung 1881) besitzen die Lienzer Kolpingler seit 1884  in der ehemaligen Kalkgrube in Lienz ein eigenes Vereinshaus. Und seit dem Neubau vor über dreißig Jahren führt Kolping Lienz dort auch ein Jugend­heim.  Ein Grund, warum man in der Adolf Purtscher-Straße etwas verwundert ist, dass nach der Schlie­ßung von Konvikt und Klösterle und den kolportierten Plänen für einen Heimneubau in der Dolo­mitenstadt noch niemand Kolping Lienz als einzigen Heimträger des Bezirkes diesbe­züglich kontak­tiert hat.

Obmann Meinhard Pargger tröstet und freut es, wenn er feststellen kann: „Wir sind gut unterwegs, - aber könnten besser unter­wegs sein“. In den letzten drei Jahren wurden über 250.000 Euro investiert (Parkplatz, Fenster und Haustechnik) wobei man von der Stadt Lienz großzügig unterstützt worden ist. Die derzeitige finanzielle Situation lässt auch zu, dass weiter erneuert und modernisiert wird. Heuer noch sollen im ebenerdigen Veran­stal­tungsbe­reich die Toilettenanlagen be­hinderten­gerecht erneuert und adaptiert werden.

Dass die erwirtschafteten Gelder vernünftig, sparsam und korrekt verwendet werden, dafür sorgt ein interner Wirtschaftsvorstand und nicht zuletzt die Kassaprüfer. Diese attestierten den Vereinskassieren eine vorbildliche Arbeit.

Wertvolle Arbeit leistet auch der Vorstand, den Norbert Hopfgartner dirigiert und der für viele Aktivitäten vom klerikalen über den sportlichen bis hin zum unterhaltsamen Bereich anbietet: Sozialmarkt, Bergmesse, Eisstock- und Zimmergewehrschießen sind nur einige der internen Angebote des Vereines, der überregional vor allem bei Schirennen immer wieder Edelmetall abräumt.

Wäre noch das Theater, also die Kolpingbühne: Seit vier Jahren ist es inzwischen ruhig auf den hauseigenen Brettern - Ausnahme ein Gastspiel einer Südtiroler Kolpingsfamilie in Lienz.  Aber Obmann Reinhold Tschurtschenthaler erzeugt Spannung, wenn er orakelt: „Es kribbelt in den Beinen ...“  - ein Zustand den man auch vom auch vom „eingeschlafenen Fuß“ kennt, bevor das (Theater)blut dann vielleicht doch wieder kräftig zirkulieren wird. (mag)

 

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 (v.l.) : Fünf Männer - 310 Vereinsjahre: Walter Müller, Toni Gasser, Gabriel Forcher, Josef Forcher und Franz Seiwald mit den Funktionären Norbert Hopfgartner, Präses Bruno Decristoforo, Diöz.Senior Peter Staudinger und Obmann Meinhard Pargger

 

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Gabriel Forcher, Mitglied seit 70 Jahren, erinnerte an die schwere Zeit der Vereins­neu­gründung in den Jahren 1946/47 – rechts Obmann Meinhard Pargger.

 

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Mehr als ein Drittel der aktiven Mitglieder folgten der Einladung zur Jahreshaupt­ver­sammlung

 

Fotos: Kolping Lienz / mag

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